Stefan Fankhauser 26.04.2022

Der digitale Impfcheck: Impfschutz und Risiken im Nu ausgewertet

Gesundheitsfachperson impft Frau

Die neue Gesamtlösung Documedis® Vaccination von HCI Solutions unterstützt im eng getakteten Alltag in Apotheken oder Arztpraxen. Die Software überprüft, ob der Impfschutz von Patientinnen und Patienten vollständig ist, wann die nächste Impfung ansteht und ob diese mit Risiken verbunden ist.

Während viele andere Bereiche längst automatisch ablaufen, ist das Impfen vielerorts noch Kopfarbeit. Ärzt/innen oder Apotheker/innen vergleichen den aktuellen Schutz gemäss Impfbüchlein mit dem Schweizer Impfplan und rechnen aus, wann welche Impfungen anstehen. Je nach Situation ziehen sie unterschiedliche Schemas bei und überprüfen die individuelle Patientensituation. Digitalisierte Lösungen gab es bereits. Mit der App Viavac entfiel für Health Professionals die aufwendige Arbeit. Die App, die Bestandteil der Plattform meineimpfungen.ch war, musste jedoch wegen Datenschutzproblemen eingestellt werden.

Fachleute erkennen mit Documedis® Vaccination in kürzester Zeit, welche Impfungen sie vornehmen sollten. Die Impfanwendung nimmt somit Arbeit ab und wertet die Daten in kurzer Zeit zuverlässig aus. Es handelt sich um eine Erweiterung der Impfdokumentation und der CDS.CE-Lösung von Documedis®. Der neu entwickelte Impfcheck ist ein Medizinprodukt der Klasse I gemäss Medizinprodukteverordnung (MepV). Weil die Daten nicht zentral gespeichert werden, sind diese auch vor Missbrauch geschützt. Damit erübrigen sich Datenschutzprobleme, wie sie bei meineimpfungen.ch aufgetreten sind.

Documedis® Vaccination hat komplexe Fälle im Griff

Besonders bei komplexen Fällen ist Documedis® Vaccination eine grosse Stütze. Wie im Fall von Anita Kern, die sich mit 35 Jahren bald eigene Kinder wünscht. In ihrer Stammapotheke will sie deshalb ihren Impfstatus überprüfen lassen. Der CDS-Impfcheck ergibt, dass ein Schutz vor Masern, Mumps und Röteln fehlt. Diese Krankheiten können während einer Schwangerschaft zu grossen Komplikationen führen.

Die Apothekerin erklärt Anita Kern, dass ihr Kind bei einer Rötelninfektion unter anderem an Herz, Augen und Gehirn Schäden davontragen könnte. Hätte sie während der Schwangerschaft Masern, käme zum Risiko des Ungeborenen eine mögliche Hirnentzündung der Mutter hinzu. Die 35-Jährige entscheidet sich, die fehlenden Impfungen nachzuholen und blickt einer baldigen Schwangerschaft von da an gelassen entgegen.

Check baut auf Schweizer Impfplan auf

Die Basis für den Impfcheck bildet der Schweizerische Impfplan des Bundesamtes für Gesundheit. Der Impfplan enthält die in der Schweiz verfügbaren Impfungen wie beispielsweise Hepatitis A und B, Tollwut und Grippe. Neben den Basisimpfungen für alle gibt es empfohlene ergänzende Impfungen sowie solche für Risikogruppen.

Das BAG aktualisiert das fast fünfzig Seiten lange Dokument jährlich. Wer Impfungen anbietet, muss also immer auf dem neusten Stand sein. Mit dem Impfcheck geht das künftig ohne langes Einlesen und mit der Gewissheit, an alles gedacht zu haben.

Auffrischungsimpfungen gehen oft vergessen

Es kommt immer wieder vor, dass jemand eine Basisimpfung gemacht hat, dann aber die Auffrischungsimpfung verpasst. Nach einem beunruhigenden Medienbericht fragt beispielsweise Julius Müller, der gern im Wald spaziert, beim Hausarzt nach der Impfung für die durch Zecken übertragene Hirnhautentzündung (FSME). Das Impfbüchlein zeigt, dass der 42-Jährige diese Impfung vor 15 Jahren im Militär erhalten hat. Vor fünf Jahren hätte er erneut impfen müssen.

Müllers Hausarzt stellt ausserdem mit dem Impfcheck fest, dass bei der Kombinationsimpfung Diphtherie und Tetanus (Starrkrampf) eine neue Dosis nötig wäre. Da Julius Müller einen drei Monate alten Sohn hat, empfiehlt er eine zusätzliche Dosis der Pertussis-Impfung, damit für den Säugling keine Gefahr besteht. Julius Müller macht die nötigen Auffrischimpfungen und kann seine Waldspaziergänge wie auch die Zeit mit seinem Kind wieder beruhigt geniessen.

Blog Zwischenbild

Der Impfcheck ist eine Erweiterung von Documedis® Vac und dem Clinical Decision Support. Die Gesamtlösung fürs Impfen ist zurzeit in den letzten Zügen der Entwicklung und voraussichtlich ab Ende 2022 verfügbar.

In den nächsten Monaten bieten wir für Interessierte Webinare, Tutorials und Anleitungen an. Sie möchten nichts verpassen? Über das Blog Abo bleiben Sie auf dem neusten Stand zum Impfcheck. 

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