Bestens beraten in der Apotheke

Gepostet von etextera am 29.11.21 11:40

Nach einem Hexenschuss zur Hausärztin oder wegen eines Harnweginfekts in die Notaufnahme? Das ist nicht unbedingt nötig. In befähigten Apotheken kümmern sich Fachleute kompetent um akute Beschwerden. Ausgefeilte Algorithmen helfen dabei.

Das Schweizer Apothekensystem hat gegenüber anderen Dienstleistern im Gesundheitswesen drei entscheidende Vorteile. Diese sind meist zentral gelegen, haben längere Öffnungszeiten und bedienen Laufkundschaft. Es ist deshalb für viele Leute praktischer, kurz in einer Apotheke vorbeizuschauen, als in einer Arztpraxis oder im Spital einen Termin zu vereinbaren – zumal diese oft wenig Zeit haben. Apotheken nehmen auch eine Art Coachingrolle ein, da sie in der Regel den Überblick über die gesamte Medikation haben.

Qualität dank indikationsbezogener Algorithmen

Apotheken werden bei der Transformation zu Gesundheitspartnern durch die Pharma-Info AG unterstützt. Diese führt die Dienstleistungen der pharmaSuisse weiter (siehe Box). Dazu zählen Schulungen, eine Datenbank mit wissenschaftlichen Publikationen sowie digitale Gesprächsleitfäden, die in Form von Algorithmen im System hinterlegt sind. Die Notfallaufnahmen können sich dadurch besser auf schwerwiegende Krankheiten und Unfälle konzentrieren. Die Apotheken hingegen erweitern ihre Rolle als Grundversorger und tragen nicht zuletzt dazu bei, die Gesundheitskosten zu senken.

Die Algorithmen sichern einheitliche Qualitätsstandards und sorgen für eine lückenlose Dokumentation. Das geschulte Personal klickt sich während der Beratung durch einen Fragenkatalog der entsprechenden Beschwerden und macht so eine erste Triage, welche Behandlung angezeigt ist. Bei Bedarf zieht es telemedizinische Hilfe bei oder überweist die Kundschaft an eine andere Fachperson. Wo keine weitere Abklärung nötig ist, erhalten die Betroffenen sogleich eine Empfehlung und die geeigneten Medikamente.

Schnelle Hilfe bei akuten Beschwerden

Bereits heute gibt es über zwanzig solcher Algorithmen, die bei diversen Beschwerden zur Verfügung stehen. Dazu zählen Hauterkrankungen wie Gürtelrose oder Ekzeme, Ohrenschmerzen, Nasennebenhöhlenentzündung oder Asthma. Auch bei Kopf- oder Rückenschmerzen gibt es in der Apotheke unkomplizierte, schnelle Hilfe.

Eine Frau hat das Ziehen im Unterleib und ein Brennen beim Wasserlösen während Tagen versucht zu ignorieren, da sie eine stressige Woche zu bewältigen hatte. Dann ist es Freitag – und die Schmerzen werden immer stärker. Sie will sich vor dem Wochenende nicht um einen Arzttermin kümmern. Stattdessen schildert sie ihre Symptome einem Apotheker, der eine bakterielle Blasenentzündung identifiziert. Er informiert die Patientin über mögliche Massnahmen zur Vorbeugung, die sie bestenfalls vor weiteren Infektionen schützen, und versorgt sie falls nötig mit einem Antibiotikum.

Separater Raum nötig

netCare-Apotheken, wie jene aus dem Beispiel, stellen so gewissermassen eine niederschwellig erreichbare Alternative zur Hausarztpraxis dar. Voraussetzung dafür ist, nebst der entsprechenden Ausbildung des Personals, lediglich ein separater Raum für diskrete Beratungen. Die Mitarbeitenden von HCI Solutions entwickeln die Applikationen, die Apotheken direkt in ihre Software einbinden können, zurzeit weiter. Die neuen Versionen sind Anfang 2022 einsatzbereit.

Pharma-Info Dienstleistungen für Apotheken

Die HCI Solutions AG und die IFAK Data AG bilden zusammen die Pharma-Info AG. Sie bietet folgende Leistungen an, die Apotheken bei der Erstversorgung unterstützen:

  • net Care: In netCare-Apotheken erhalten Menschen mit häufig vorkommenden gesundheitlichen Beschwerden Beratung, Diagnose und Behandlung. Um netCare-Apotheke zu werden, müssen Sie den Kurs «Anamnese Vertiefung netCare Start» absolvieren.

  • pharmaDigest: Die Online-Datenbank enthält Zusammenfassungen von Publikationen aus den bedeutendsten internationalen und nationalen wissenschaftlichen Zeitschriften.

  • evidisBasic: Diese Dienstleistung ist gewissermassen das digitale Warnschild für Apotheken. Beim Scannen eines Produkts erscheinen mögliche Risiken, die Sie im Verkaufsgespräch erwähnen sollten.

  • pharmActuel: Mit dem anerkannten Fort- und Weiterbildungsprogramm sind Sie beruflich immer auf dem neusten Stand.

  • Kursangebot Impfen: Die Weiterbildung, damit Sie künftig als Impfapotheke auftreten können.

  • ISO 9000 QMS Pharma: Bringen Sie Ihr Qualitätsmanagement auf eine professionelle Basis, um den Anforderungen des revidierten Heilmittelgesetzes gerecht zu werden.

Mehr erfahren

Themen: hcisolutions, Digitalisierung, Apotheke, Datenbanken, PCA.CE, Arzneimittelabgabe, Fachinformation, Pharmazie, netCare