Wie berate ich einen Spitzensportler bei einer Medikation?

Gepostet von Sarah Meyer Suarez am 24.10.19 14:02
Sarah Meyer Suarez

 

Gerade im Hochleistungssport sind die Grenzen zwischen Medikation und Doping leicht überschritten. Sobald von Doping gesprochen wird, sind die Folgen in der Regel gross: In der Leichtathletik wurde mit Russland ein ganzes Land für wichtige Titelkämpfe gesperrt. Doch wer trägt die Verantwortung bei der Einnahme von Medikamenten und welche Vorsichtsmassnahmen können bei einer Verschreibung getroffen werden?   

Grundsätzlich gilt die Aussage: Jeder ist selbst dafür verantwortlich, welche Mittel in seinen Körper gelangen und ob diese zulässig sind oder nicht. Ärztinnen und Ärzte, die freiwillig für Sportvereine, -verbände und -veranstaltungen arbeiten, unterstehen automatisch den Dopingregeln.

Unterschiedlich wird das bei privaten Hausärztinnen und Hausärzten, die Athletinnen und Athleten sowie Sporttreibende betreuen, gehandhabt: Hier besteht eine gegenseitige Aufklärungspflicht; Patientinnen und Patienten müssen den Hausarzt über sportliche Tätigkeiten und die Teilnahme an Wettkämpfen informieren.


Fallbeispiel aus dem Leistungssport

Ein 26-jähriger Langstreckenläufer, der dem Schweizer Nationalteam angehört, erkrankt im Trainingslager an einer Erkältung. Die Frage der Verantwortung stellt sich nun beim weiteren Vorgehen des Athleten: Wenn er den Teamarzt des Nationalteams konsultiert und diesen um Rat bittet, welches Medikament er einnehmen darf, teilt er sich diese Verantwortung. Geht er aber direkt in eine Apotheke und teilt dort mit, dass er Spitzensportler ist, müssen die Apothekerin oder der Apotheker einiges beachten. Glücklicherweise gibt es verschiedene hilfreiche Tools, die eine Verschreibung einer Medikation für Spitzensportler erleichtern.

Tools für eine erleichterte Verschreibung von Medikamenten

Antidoping Schweiz stellt eine globale Medi-Abfrage auf ihrer Website und als Mobile-App zur Verfügung. Dort können Athletinnen und Athleten wie auch Leistungserbringer Medikamente und Wirkstoffe überprüfen, ob diese auf der Dopingliste stehen. Zudem gibt Antidoping Schweiz jährlich ein Statement zur aktuellen Dopingliste ab und erläutert, was Sportler beachten müssen. Des Weiteren gibt es eine offizielle Liste der «erlaubten Medikamente bei banalen Erkrankungen 2019»; diese Liste können Leistungserbringer aktiv bei der Verschreibung von Medikamenten für Sporttreibende zu Rate ziehen.

Ein weiteres nützliches Hilfsmittel ist der Documedis «CDS.CE-Check Doping» von HCI Solutions AG. Mit diesem Check können Leistungserbringer eine geplante Medikation einfach und schnell überprüfen und direkt mit der Doping-Liste abgleichen. Dies schafft Sicherheit für alle Beteiligten, dass die geltenden Dopingregeln eingehalten werden und trotz Medikation nicht mit einer positiven Dopingprobe gerechnet werden muss. 

 

Definition Doping

Doping wird vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) wie folgt definiert: "Doping ist die beabsichtigte oder unbeabsichtigte Verwendung von Substanzen aus verbotenen Wirkstoffgruppen und die Anwendung verbotener Methoden entsprechend der aktuellen Dopingliste." International gilt seit 2004 die Definition der Welt-Anti-Dopingagentur (WADA), welche mittels "Welt-Anti-Doping-Code" auf mehreren Seiten fixiert wurde.

 



CDS: 
Medikationsfehler erkennen und vermeiden 

Das folgende Fallbeispiel zeigt, wie das Clinical Decision Support-System bei drohenden Medikationsfehlern reagiert und gezielt auf Risiken hinweist.


Zum Fallbeispiel Doping

  

Themen: #elektronischeDaten, CDS, Medikationssicherheit